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Hier finden Sie aktuelle Informationen, Termine, Veranstaltungshinweise und Pressemitteilungen des Beirats für Klimaschutz Münster.

 

Stellungnahme vom 29.09.2019:

 

Stellungnahme des Klimabeirates der Stadt Münster zum Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 in Münster (Ratsvorlage V/0770/2019)


Der Klimabeirat begrüßt, dass nach der Erstellung des Masterplan 100% Klimaschutz nun auch konkrete Maßnahmen zur weiteren Begrenzung der Treibhausgasemissionen in Münster beschlossen werden sollen. Der Klimabeirat begrüßt insbesondere die strukturelle Verbesserung des Handlungsprogramms in Form der Hinterlegung von Steuerungskenngrößen in den Projektsteck-briefen, mit den Quantifizierungen der angezielten Einsparungen wird eine erforderliche Transparenz und Steuerungsgrundlage geschaffen.


Der Klimabeirat hatte schon vor Jahren die Entwicklung eines Anreizsystems für klimafreundliches Handeln empfohlen und Vorschläge hierzu erarbeitet. Diese Maßnahmen sind in der Regel günstig oder kostenneutral und sollten nach Einschätzung des Klimabeirats alle zeitnah umgesetzt werden. Zeitliche Verschiebungen oder Unterlassungen von Klimaschutzprojekten des Handlungsprogramms aufgrund von (haushalts-)politischen Überlegungen lehnt der Klimabeirat vor dem Hintergrund, dass Klimaschutz wesentlich wirtschaftlicher ist als Klimafolgenanpassung, ab.


Kritisch ist anzumerken, dass die beschriebenen 86 Maßnahmen bei weitem nicht ausreichen, um die selbst gesetzten Klimaschutzziele in Münster zu erreichen. Hinzu kommt, dass die Reduktionsziele in Münster nicht den Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens entsprechen und dringend nachgeschärft werden müssen. Der Klimabeirat sieht es als unumgänglich an, die „Schere zwischen Machbaren und Notwendigen“ ambitioniert zu schließen. Der wissenschaftliche Beleg des Klimawandels ist eindeutig, seine Wirkungen deutlich absehbar. Die Stadt muss sich der Dimension dieser Herausforderung stellen. Der Klimabeirat empfiehlt dringlich, das Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 derart zu erweitern, dass es erforderliche Maßnahmen zur Erreichung der gesetzten Klimaschutzziele konkret vorplant und als zusätzliche Option ausweist.

Insbesondere ist es notwendig, das gesamte Handeln der Stadt Münster zukünftig im Hinblick auf die Klimaschutzziele auszurichten. Hierzu empfiehlt der Klimabeirat, das Projekt "Klimaverträglichkeitsprüfung für Ratsbeschlüsse" (KP5) unverzüglich umzusetzen, um klimaschädliche Ratsbeschlüsse zukünftig zu vermeiden. Ebenso ist die stärkere regionale Zusammenarbeit mit den Nachbarkreisen hinsichtlich der Zielerreichung in den Bereichen Versorgung mit erneuerbaren Energien und Verringerung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) bei Pendlern von großer Bedeutung und sollte schnell intensiviert werden (Teile von KP1).


Die o.g. Ratsvorlage verweist zurecht auf externe Rahmenbedingungen, die kommunales Handeln häufig erschweren. Neben dem Eintreten für bessere Rahmen-bedingungen auf Landes- und Bundesebene, sollte die Stadt Münster allerdings in den Bereichen entschlossen handeln, die sie selbst unmittelbar beeinflussen kann, beispielsweise höhere Dämmstandards bei Neubauten und Pflicht zur Nutzung Erneuerbarer Energien bei städtisch vergebenen Grundstücken sowie Verzicht auf Straßenbauprojekte, die zu höheren MIV-Anteilen bei Pendlern führen (z.B. Nordumfahrung Roxel). Hierzu zählt auch die Fortführung bzw. schnelle Modernisierung der GuD-Anlage des Heizkraftwerkes Hafen, da hier ein Großteil der CO2-Einsparungen der Stadt Münster in der Vergangenheit erreicht wurden.


Der Beirat begrüßt in diesem Zusammenhang die Vorlage V/0499/2019 „Photovoltaik und Klimaschutz gemeinsam mit der Bürgerschaft voranbringen“ und empfiehlt dem Rat ihre Annahme.


Der Klimabeirat der Stadt Münster wird sich im Laufe der nächsten Sitzungen mit den sechs Handlungsfeldern des Handlungsprogramms Klimaschutz 2030 im Einzelnen beschäftigen und weitere Empfehlungen für den Rat der Stadt erarbeiten.


Insbesondere ersuchen wir eine Beteiligung an der Erarbeitung der Mobilitätsstrategie 2035. Der Klimabeirat erbittet ausdrücklich den hierzu erforderlichen Informationsfluss in der Erarbeitungsphase der Mobilitätsstrategie 2035 zu sichern. In die aktuell erstellte Ausschreibung der Leistung sollte die quartalsweise Konsultation des Klimabeirates durch den Auftragnehmer aufgenommen werden.

Stellungnahme des Klimabeirats zum Handlungsprogramm Klimaschutz 2030 vom 29.09.2019
Klimabeirat - Stellungnahme Handlungspro[...]
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Stellungnahme vom 29.09.2019:

 

Stellungnahme des Klimabeirates der Stadt Münster zum Handlungskonzept Klimaanpassung 2030 zur Umsetzung des Klimaanpassungskonzeptes der Stadt Münster (Ratsvorlage V/0799/2019)


Der Klimabeirat sieht seine Hauptaufgabe in der Erarbeitung von Empfehlungen zur Begrenzung der Treibhausgasemissionen in Münster. Dabei gilt grundsätzlich, dass Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen langfristig kostengünstiger als Klimaanpassungsmaßnahmen sind.


Trotz dieser Erkenntnisse hat sowohl die Stadt Münster als auch die gesamte Staatengemeinschaft bis heute viel zu wenig Klimaschutz betrieben, mit der Folge, dass die Treibhausgas-emissionen weltweit in den letzten Jahren weiter gestiegen sind. Die Auswirkungen der Klimakrise sind bereits heute deutlich sicht- und spürbar und auch die Stadt Münster muss sich auf die noch eintretenden bzw. schon eingetretenen Veränderungen (vermehrte Hitzewellen, Trockenheit, Hochwassersituationen und Stürme) einstellen.


Daher ist das Handlungskonzept sinnvoll und sollte umgesetzt werden. Der Klimabeirat empfiehlt jedoch ausdrücklich, Maßnahmen zu identifizieren, die sowohl dem Klimaschutz als auch der Klimaanpassung dienen und diese bevorzugt und schnell umzusetzen. Beispielsweise gilt das für die Maßnahmen zur Begrünung (H6-H10), da sie u.a. sowohl einen Beitrag zur Verdunstungs-kühlung als auch als CO2-Senke leisten. Die Verschattung von Südfassaden kann z.B. bevorzugt mit Hilfe von Solarmodulen erfolgen, so dass auch ein Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien geleistet wird.


Auf zusätzliche neue Flächenversiegelungen sollte möglichst verzichtet werden. Der Klimabeirat fordert deshalb, dass insbesondere die vorhandenen Grünringe und Grünzüge vollständig erhalten werden müssen und jede Bebauung in diesen Bereichen weiterhin ausgeschlossen bleiben muss.


Die Stadt sollte vorbildlich handeln und durch passive Schutzmaßnahmen auf strombetriebene Klimaanlagen verzichten. Darüber hinaus sollte durch ein Pilotprojekt "Solare Klimatisierung und Kühlung" gezeigt werden, dass auch mit solarer Wärme Adsorptions- oder Absorptionskältemaschinen betrieben werden können.

 

Stellungnahme des Klimabeirats zum Klimaanpassungskonzept vom 29.09.2019
Klimabeirat - Stellungnahme Klimaanpassu[...]
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Stellungnahme vom 18.10.2018 zum Zukunftsprozess 20-30-50:
 

Klimabeirat enttäuscht über Münsters Zukunftsarena

 

Der Beirat für Klimaschutz zeigt sich enttäuscht über die Inhalte der „Zukunftsarena“ am 11. Oktober in der „Jovel Music Hall“ am Hafen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden bisherige Aktivitäten der Stadt und externer Stadtplaner zur Gestaltung von Münsters Zukunft mit den Perspektiven 2020, 2030 und 2050 präsentiert. Klimaschutz spielte jedoch bestenfalls eine marginale Rolle bei der
Beschreibung entscheidender Handlungsfelder für die zukünftige Stadtentwicklung. Dies sieht der Klimabeirat der Stadt sehr kritisch, insbesondere weil die avisierte Reduktion der Treibhausgase um 95 % bis 2050 tief greifendes Umdenken und unmittelbares Handeln erfordert.


Erst Anfang Oktober hat der Weltklimarat (IPCC) zu raschen, weitreichenden und beispiellosen Veränderungen in allen Bereichen der Gesellschaft, auf dem Land wie in den Städten, aufgerufen. Die Erderwärmung erfolgt schneller und mit schwereren Folgen als bislang angenommen. Schon oberhalb von 1,5 Grad steigen Risiken und Folgekosten bedrohlich. Ohne drastische und dauerhafte Verringerungen von CO2‐Emissionen unter anderem im Energiesektor, Verkehr und bei Gebäuden droht ein global deutlich stärkerer Temperaturanstieg.

 

Dieser dramatische Weckruf richtet sich auch an die Verantwortlichen sowie die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Münster. Münster bezeichnet sich als „eine der aktivsten Klimaschutzstädte Deutschlands“. Warum aber spielt Klimaschutz keine adäquate Rolle in der Zukunftsgestaltung? Die Zukunftsarena stellte 10 Leitthemen vor, an denen sich die Entwicklung unserer Stadt in den kommenden 10‐15 Jahren orientieren soll. Doch obwohl sich Leitthemen eines Stadtentwicklungs‐Prozesses erklärtermaßen auf wesentliche ressortübergreifend zu bearbeitende Aufgaben beziehen, taucht Klimaschutz unter den Münsteraner Leitthemen nicht auf. „Das ist nicht nachvollziehbar“, kommentiert Prof. Dr. Otto Klemm, der Vorsitzende des Klimabeirats.


Der Beirat für Klimaschutz hat in den vergangenen Jahren wiederholt angemahnt, Klimaschutz als wesentliche Querschnittaufgabe in einer kommunalen Entwicklungsstrategie und in den Verwaltungsstrukturen zu verankern. Dass der angestoßene Zukunftsprozess dafür bislang nicht genutzt wird, wirkt angesichts der eindringlichen Worte aus dem Weltklimarat umso weniger verständlich.

Stellungnahme des Klimabeirats zum Zukunftsprozess 20-30-50 vom 18.10.2018
Klimabeirat_Stellungnahme_Zukunftsarena.[...]
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05.09.2018

Neue Ausgabe "Klima-Info Münster kompakt" erschienen

 

In dieser Ausgabe finden Sie unter anderem folgende Themen:

  • Appell für einen Rodungsstopp am Hambacher Forst
  • CO2-Reduzierung: Jetzt nur noch 19%?
  • Broschüre zur Münsteraner Suffizienzstrategie
Klima-Info Münster kompakt - September 2018
Hrsg.: Klima-Initiative Münster
Klima-Info 2018-09.pdf
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03.08.2018

Stadt Münster wird mit dem Deutschen Nachhaltigkeits-preis 2019 ausgezeichnet

 

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung zeichnet die Stadt Münster mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2019 aus. Die Jury begründet ihre Entscheidung mit dem verantwortungsvollen Umgang der Stadt mit den natürlichen Ressourcen und ihren Anstrengungen zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts: die im Beirat „Global nachhaltige Kommune“ entwickelte Nachhaltigkeitsstrategie, das Konzept der Sozialgerechten Bodennutzung und die vielfältigen Klimaschutzaktivitäten waren einige Bausteine der Bewerbung, die zu der Auszeichnung führten.

 

Oberbürgermeister Markus Lewe: "Der Preis ist eine herausragende Auszeichnung für die ganze Stadtgesellschaft und er zeigt, Münster lebt Nachhaltigkeit bereits in vielen Bereichen. Wir verstehen den Preis als Verpflichtung, diesen Weg beharrlich und konsequent weiterzugehen."

 

Als Sieger-Stadt erhält Münster von der Allianz-Umweltstiftung eine Fördersumme von 30.000 Euro für Projekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung.

 

Link zur Pressemitteilung der Stadt Münster: https://www.muenster.de/stadt/presseservice/pressemeldungen/web/frontend/output/standard/search/1/design/standard/page/1/show/994127

27.06.2018

 

Neues Konzept des "Bürgerpakts für Klimaschutz" im Beirat vorgestellt

 

In der gestrigen Beiratssitzung stellte Herr Möller vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit den aktuellen Stand der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt im Rahmen der münsterschen Klimaschutzaktivitäten vor.

 

Unter der Dachmarke „Klimaschutz in Münster“ laufen seit einigen Jahren drei Projekte:

  • Münsters Energiewende – Für zukunftsfähige Gebäude
  • Münsters Allianz für Klimaschutz – Das Netzwerk für Unternehmen
  • Münster packt’s – Der Bürgerpakt für Klimaschutz

 

Thematischer Schwerpunkt bildete das letzte Projekt, das kürzlich unter neuem Namen – „Klimamischpoke“ – neu aufgelegt worden ist. Im Vorfeld der Konzeptausarbeitung hatten zwei Workshops mit unterschiedlichen Teilnehmenden aus der Stadtgesellschaft stattgefunden, u. a. auch mit drei Beiratsmitgliedern.

 

Der Bürgerpakt soll alle Münsteranerinnen und Münsteraner ansprechen, die sich auf freiwilliger Basis zu mehr Klimaschutz im Alltag verpflichten. Zurzeit nehmen etwa 5.000 Personen daran teil.

 

Informationen zum Klimaschutz in Münster und dem Projekt „Klimamischpoke“ gibt es hier:

https://www.stadt-muenster.de/klima/klima-mischpoke/klimaschutz-im-alltag.html

Pressemitteilung des Klimabeirats vom 25.04.2018

 

Klimabeirat regt die Vorbereitung einer Stellplatz-satzung an und fordert konkrete Schritte in Richtung Mobilität der Zukunft


Der Klimabeirat beschäftigte sich in seiner Aprilsitzung mit unterschiedlichen Aspekten der langfristigen Mobilitätsplanung der Stadt Münster. Der Ausbau von Velorouten zur engeren Anbindung des Umlands mit dem Fahrrad oder E‐Bike wird ebenso begrüßt wie grundsätzliche Überlegungen zur Weiterentwicklung des Schienen-verkehrs sowie eines effizienten Busverkehrs (Stichworte Bus Rapid Transit, Pendler freundliche Fahrpreisgestaltung). Ein Masterplan „Mobilität Münster 2035+“ ist derzeit in Bearbeitung.


Konkret schlägt der Klimabeirat dem Rat vor, so bald wie möglich eine eigene „Münsteraner“ Stellplatzsatzung zu entwickeln und zu erlassen. Im Entwurf der neuen Landesbauordnung, die wohl
bald in Düsseldorf verabschiedet werden wird, wird Kommunen wie Münster die Möglichkeit dazu ausdrücklich eröffnet. Mit einer solchen Satzung könnte die Anzahl der Pkw‐Stellplätze, die pro
Wohnung mindestens nachgewiesen werden muss, reduziert werden, wenn alternative Mobilitätskonzepte vorliegen. Dies hätte den großen Vorteil, dass bei neuen Bauvorhaben im Stadtgebiet nicht mehr so viele Stellplätze, meist sehr teure Tiefgaragenstell-plätze, gebaut werden müssten. Neben wirtschaftlichen Über-legungen für alle Beteiligten fiel auf diese Weise dem
sogenannten Umweltverbund, d.h. der Nutzung zukunftsfähiger Verkehrssysteme wie z.B. Fahrrad und ÖPNV, aber auch dem Carsharing, eine größere Bedeutung zu.


Der Klimabeirat sieht hier ein weiteres Beispiel dafür, dass die Förderung nachhaltiger und klimaschonender Konzepte wirtschaftlich sinnvoll ist und deshalb unverzüglich umgesetzt werden sollte. Weit vorausschauendes Handeln ist angesagt.

Pressemitteilung des Klimabeirats vom 25.04.2018 - Beirat regt Vorbereitung einer Stellplatzsatzung an
PM_Klimabeirat_Stellplatzsatzung.pdf
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06.04.2018

Offizielle Abschluss-veranstaltung „Global nachhaltige Kommune“ – in Münster geht das Projekt weiter

 

Zweieinhalb Jahre lang haben 15 nordrhein-westfälische Modellkommunen eine Nachhaltigkeitsstrategie im Kontext der Agenda 2030 der Vereinten Nationen erarbeitet. In Bonn fand jetzt die offizielle Abschlussveranstaltung des europaweit einzigartigen Projektes „Global Nachhaltige Kommune in NRW“ (GNK NRW) statt. Gastgeber waren die Servicestelle „Kommunen in der Einen Welt“ von Engagement Global und die Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V (LAG 21). 

 

Die Kommunen präsentierten die bisher erreichten Ergebnisse. Außerdem diskutierten die Expertinnen und Experten die Chancen und Herausforderungen einer Umsetzung der Agenda 2030 auf kommunaler Ebene.

 

Mit einer feierlichen Urkundenübergabe wurden die teilnehmenden Kommunen für ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung sowohl vor Ort als auch im globalen Kontext gewürdigt. Für die Stadt Münster nahm Nachhaltigkeitsdezernent Matthias Peck mit den Projektkoordinatorinnen Jutta Höper und Uschi Sander vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit die Urkunde entgegen.

 

Die Urkundenübergabe bedeutet jedoch nur einen Meilenstein. Das Projekt „Global Nachhaltige Kommune in NRW“ wird in Münster fortgesetzt. Weitere Schritte zur Entwicklung eines Maßnahmenkataloges und deren entsprechende Evaluation werden mit Unterstützung der LAG 21 weiter erarbeitet. Im Rahmen des Projektes hat die Stadt Münster zunächst eine umfangreiche Bestandsaufnahme ihrer Nachhaltigkeitsaktivitäten durchlaufen. Die Nachhaltigkeitsstrategie mit dem Beschluss der operativen Nachhaltigkeitsziele der Stadt Münster wird dem Rat im Sommer zur Beschlussfassung vorgelegt.

Nachhaltigkeitsstrategie Münster 2030
GNK_Nachhaltigkeitsstrategie-Muenster203[...]
PDF-Dokument [3.6 MB]

Weitere Informationen zum Projekt "Global nachhaltige Kommune" finden Sie auf den Seiten der Stadt Münster:

www.stadt-muenster.de/umwelt/nachhaltigkeit.html

Umweltpreis Münster

 

Die Stadt Münster richtet in diesem Jahr wieder einen Umweltpreis aus. Bewerben können sich alle Gruppen, Personen und Institutionen, die sich in Münster für Umwelt- und Klimaschutz engagieren.

Bewerbungsfrist ist der 15. Juli 2018.

 

Die feierliche Preisverleihung findet am 14. November 2018 ab 19:00 Uhr im Rathausfestsaal statt.

Interessierte sind herzlich eingeladen! Das Organisationsteam bittet jedoch um Anmeldung.

 

Die Preisverleihung wird auch in diesem Jahr klimaneutral durchgeführt.
 

Weitere Informationen: www.umweltpreis-muenster.de

Stellungnahme vom 08.02.2018

 

Klimabeirat der Stadt Münster nimmt Stellung zum Münsteraner Wärmedämmstandard


Der Klimabeirat hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Weiter-entwicklung des Münsteraner Wärmedämmstandards beschäftigt. Es wird begrüßt, dass sich Verwaltung und der Bund Deutscher Architekten auf eine gemeinsame Linie verständigen wollen. Allerdings reicht nach Ansicht des Klimabeirats die zurzeit angestrebte Novelle bei weitem nicht aus, um die Klimaschutzziele 2050 der Stadt zu erreichen.


Der Wärmedämmstandard legt Anforderungen für von der Stadt Münster veräußerte Grundstücke bzw. für die darauf errichteten Gebäude kaufvertraglich fest. Die bisherige Regelung sah eine
Unterschreitung der gesetzlichen Vorgaben um 35 % vor.


Im Rahmen einer nun notwendig gewordenen Anpassung an die veränderte Energieeinsparverordnung (EnEV) haben Stadtver-waltung und der Bund Deutscher Architekten Münster – Münsterland (BDA) einen Vorschlag unterbreitet. Demnach soll in Zukunft für die Vergabe städtischer Grundstücke der energetische Standard „KfW 55“ gelten.

 

Der Klimabeirat begrüßt, dass man sich darauf geeinigt hat, einen allgemein gültigen und anerkannten Standard zu wählen Dies vereinfacht die Planung und Umsetzung neuer Gebäude in
erheblichem Maße.


Allerdings benötigt es nur einen Blick in den kürzlich vom Rat verabschiedeten Masterplan 100 % Klimaschutz 2050, um fest-zustellen, dass der Anspruch KfW55 nicht ausreichen kann, um die Klimaschutzziele Münsters erreichen zu können. Alle neuen Gebäude werden weit über das Jahr 2050 hinaus bestehen und ihre Bewohner gegebenenfalls mit vermeidbaren Heizkosten belasten.
Deshalb müssen bereits heute die Standards der Zukunft umge-setzt werden. Der Klimabeirat empfiehlt dringend, mindestens den energetischen Standard KfW40 umzusetzen. Dieser liegt nahe
dem Passivhausstandard, dessen baldige verbindliche Einführung auch im bereits erwähnten Masterplan Klimaschutz gefordert wird.


Die Mitglieder des Klimabeirats machten auch deutlich, dass die Stadt Münster eine Vorreiterfunktion übernehmen und bei ihren eigenen Neubauvorhaben den Passivhausstandard sofort umsetzen solle. Es gibt bereits eine Reihe erfolgreicher Beispiele – auch in Münster. Auch sollten Pilotprojekte zur Realisierung von Plusenergiehäusern umgesetzt werden. Anspruchsvolle Standards sind mit verhältnismäßig geringer Mehrinvestition im einstelligen Prozentbereich zu erreichen und zahlen sich über die Einsparungen im Betrieb aus. Die entscheidenden Preistreiber im Neubaubereich liegen in anderen Bereichen wie z.B. den Grundstückskosten, den vorgeschriebenen Stellplatzzahlen und der Ausstattung.


Weitere Entscheidungen im Gebäudebereich sollten dem Leitbild Energieeffizienz konsequent folgen und somit die Realisierung eines zukunftssicheren Energiesystems ermöglichen. Dies ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch notwendig. Durch einen energetisch effizienten Gebäudebestand wird langfristig bezahl-bares Wohnen, Standortsicherung, Mittelstandsförderung,
inländische Wertschöpfung, Erhalt und Schaffung von Arbeits-plätzen erreicht. „Dies steht auch nicht im Widerspruch oder in Konkurrenz zu anderen wichtigen Zielen Münsters wie Bildung, Integration von Geflüchteten und Weiterentwicklung einer hohen Wohnqualität in Münster“, ergänzt Prof. Otto Klemm, Vorsitzender des Klimabeirats. Weitere Regulierungen der Anforderungen an
Wohnneubauten sollten keinesfalls aus kurzsichtigen politischen Erwägungen heraus abgelehnt werden.

Stellungnahme des Klimabeirats zum Münsteraner Wärmedämmstandard vom 08.02.2018
PM_Klimabeirat_Waermedaemmstandards_2018[...]
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Nächste Sitzung:

Die geplante Sitzung am 12.11.2019 fällt ersatzlos aus.

Kontakt

Schreiben Sie einfach an info@klimabeirat-muenster.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular

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